{"id":74,"date":"2017-10-06T10:53:51","date_gmt":"2017-10-06T10:53:51","guid":{"rendered":"http:\/\/residenz-potsdam.de\/?p=74"},"modified":"2017-10-29T08:10:48","modified_gmt":"2017-10-29T08:10:48","slug":"historie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/residenz-potsdam.de\/?p=74","title":{"rendered":"Historisches"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Das Grundst\u00fcck wurde ab 1867 stetig erweitert und bebaut. Das Geb\u00e4udeensemble in seiner heutigen Gestalt ist in drei Etappen entstanden.<\/em><\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_101\" aria-describedby=\"caption-attachment-101\" style=\"width: 211px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-101\" src=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Villa-Fritsche-1890aufgebockt_kl-211x300.jpg\" alt=\"\" width=\"211\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Villa-Fritsche-1890aufgebockt_kl-211x300.jpg 211w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Villa-Fritsche-1890aufgebockt_kl-768x1090.jpg 768w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Villa-Fritsche-1890aufgebockt_kl-721x1024.jpg 721w\" sizes=\"(max-width: 211px) 100vw, 211px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-101\" class=\"wp-caption-text\">Villa Fritzsche 1890<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><em>Entscheidende Bauphasen:<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1867 Erstbebauung (ein \u201eFederviehstall\u201c, sowie ein Treibhaus und ein Gartenhaus)<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1876 die Errichtung des Ursprungsbaus mit seinem Turm, dem Portikus und dem h\u00f6lzernen Schwebegiebel<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1890 der Erweiterung (Saalanbau) und dem Neubau eines Reitstalles und eines Kutscherhauses<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1907 Erweiterung durch Anbau eines Herrenzimmers, eines Salons und eines Wintergartens<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1912 Neubau einer Orangerie<\/em><\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-99 alignleft\" src=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Seitenansicht-300x221.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Seitenansicht-300x221.jpg 300w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Seitenansicht-768x567.jpg 768w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Seitenansicht-1024x756.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><img loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-98 alignleft\" src=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Front-300x254.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"254\" srcset=\"https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Front-300x254.jpg 300w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Front-768x650.jpg 768w, https:\/\/residenz-potsdam.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/Front-1024x867.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong><em>Der Ursprungsbau, insbesondere seine Backsteinbauweise, ist ein typisches Kind der Berliner Architektur der 1870er Jahre.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Der Risalit mit Giebel und Portikus hat im Sinne klassischer Architektur durchaus herk\u00f6mmliche Z\u00fcge, doch sind die Elemente aus denen er komponiert ist, dem Cottage-Stil, sowie der dem Mittelalter und der Renaissance zugewandten Backsteinarchitektur des 19. Jahrhunderts zuzuordnen. Hier sind insbesondere das Freigebinde des Giebels und der als Portikus fungierende Altan mit seinen drei Segmentb\u00f6gen zu nennen.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Typisch f\u00fcr die Berliner Architektur dieser Jahre ist aber auch die reichliche Verwendung keramischer Zierelemente und -bauteile.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>S\u00e4ulen und Kapitelle an Fassade und Turm, sowie auch die in der \u00c4dikula des zweiten Turmgeschosses angebrachte Rosette, sind aus diesem Material.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Diese Ansicht des Hauses ist dessen Hauptfassade. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Gartengrundst\u00fccks liegt zwischen Haus und Stra\u00dfe, so dass sie quasi dessen architektonischen Abschlu\u00df bildet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Urspr\u00fcnglich handelte es sich um ein nicht unterkellertes Gartenhaus, das sich der Bauherr Dreizel im Jahre 1876 in nur wenigen Wochen auf dem Grundst\u00fcck der damaligen Viktoriastra\u00dfe 36 errichten lie\u00df. Es bestand im Erdgescho\u00df (Hochparterre) aus einem gro\u00dfen Saal, dem heutigen Kaminzimmer einschlie\u00dflich des heutigen Empfangsraumes und einem nach Nordwesten anschlie\u00dfenden kleineren Raum, dem heutigen gro\u00dfen oder h\u00f6lzernen Saal, damals als Salon bezeichnet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Zusammen bilden sie noch heute den Hauptbauk\u00f6rper. Weiterhin schloss bzw. schlie\u00dft sich der nach s\u00fcd\u00f6stlicher Richtung gelegene Turm, ein seitlicher Eingang mit anschlie\u00dfendem Treppenhaus, einem fr\u00fcheren Korridor und Entreeraum (heute WC) und einer an der S\u00fcdecke angef\u00fcgten K\u00fcche (heute Wohn- oder Schlafzimmer) an.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Im Obergeschoss gab es ein \u201eBalkonzimmer\u201c (\u00fcber dem damaligen Salon), ein Schlafzimmer, ein Ankleidezimmer, zwei Fremdenzimmer, sowie einem Garderobenraum und ein Bad mit Toilette (f\u00fcr die Zeit sehr komfortabel!).<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Alle damaligen R\u00e4ume (au\u00dfer dem Salon) waren sehr klein und auf das Notwendigste beschr\u00e4nkt.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Der Berliner Hotelbesitzer A. Dreitzel, dem das Grundst\u00fcck schon 1867 geh\u00f6rte, hatte bereits seit 1867 verschiedene Bauten errichten lassen, ein Federviehstall, ein Treibhaus und ein Gartenhaus.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>F\u00fcr das neue \u201eGartenhaus\u201c wurde Maurermeister Grabowski, der zuvor im Jahre 1874 die Villa Mirbach fertigstellte, beauftragt.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Als der Rentier Dr. Lesser 1890 das Haus \u00fcbernahm, erweiterte er den kleinen nordwestlichen Raum neben dem Saal, um einen weiteren Raum mit einem parkseitigem Erkerfenster und einem nach nordwest gerichteten poligonalen Erker, den Hofbaumeister Ernst Petzholtz ausf\u00fchrte. In letzterem Erker \u00f6ffnete sich nun merkw\u00fcrdigerweise eine T\u00fcr zu einer Terrasse, die durch eine Treppe mit dem vor dem Haus gelegenem Park verbunden ist.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Seither hat das Haus drei Eing\u00e4nge, den im Risalit, den neben dem Turm und eben jenen zur neuen Terrasse, der um 1890 wohl der Haupteingang sein sollte.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Das Dreitzel\u2019sche Haus wuchs insbesondere unter dem Nachfolger Karl Fritzsche, der Bauherr und Architekt in einer Person war.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>1907 bis 1908 unterkellerte er das gesamte Haus und f\u00fcgte auf der R\u00fcckseite zwei Salons und einen Wintergarten an.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Der auff\u00e4lligste Teil dieser Bauphase, ist der seitlich nach Westen angef\u00fcgte Fachwerkgiebel im Obergeschoss. Er ist als bewu\u00dfte Ankn\u00fcpfung an die malerische Holzarchitektur der Parkfront zu verstehen, doch im Gegensatz zu dem Schwebegiebel des Mittelrisalits, haben wir es hier mit regelrechtem Fachwerk zu tun. Zierformen finden sich allein an den Konsolen. Im Erdgeschoss steht auf der linken Seite unter dem vorkragendem Fachwerkgiebel ein flach gew\u00f6lbter, verschieferter Erker. In der Mitte zwischen zwei Konsolen findet sich als einziger Wandschmuck das Datum der Fertigstellung des Anbaus: A.D. 1908<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>In dieser Zeit, in der die Architektur sich von dem den historischen Vorbildern abgesehenen Ornamentenreichtum des Historismus zu l\u00f6sen beginnt und sich einer vom Zierrat befreiten, auf kubische Grundformen reduzierende Architektur zuwendet, die Bauk\u00f6rpergestaltung des Historismus jedoch beibeh\u00e4lt, erweitert Karl Fritzsche das Geb\u00e4ude in einem Art \u201ereformierten Historismus\u201c. Auch den Eingang am Turm hat er in diesem Sinne \u201eModern\u201c umgestaltet und ihn zu einem halbrunden T\u00fcrmchen mit Oberlichtgeschoss ausgebaut.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Alle diese \u00c4nderungen und Erg\u00e4nzungen erfolgten ohne Eingriff in die architektonisch wichtigste Hauptansicht des Dreitzel\u2019schen Ursprungsbaus.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Das Gartenhaus von 1876 bestimmt somit nach wie vor die Ansicht von Stra\u00dfe und Park.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>1916 wurde das Grundst\u00fcck an Ignaz Gentil verkauft, nach Aussage von Frau Bruhns (geb. Fritzsche) aus dem Jahr 1991, wohnte das kinderlose und \u00e4ltere Ehepaar Gentil noch 1932 in dem Haus. Offenbar wurden die Gentils sp\u00e4ter enteignet.<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Ab 1941 bis 1945 wurde das Haus zur Unterbringung von Mitarbeitern und deren Familienmitglieder, sowie von holl\u00e4ndischen Zwangsarbeitern der ARADO-Flugzeugwerke in Potsdam-Babelsberg genutzt.<\/em><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Grundst\u00fcck wurde ab 1867 stetig erweitert und bebaut. Das Geb\u00e4udeensemble in seiner heutigen Gestalt ist in drei Etappen entstanden. 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